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Girindus neutral


04.12.2001
Stadtsparkasse Köln

Für das Researchteam von der Stadtsparkasse Köln ist die Aktie der Girindus AG (WKN 588040) eine Halteposition.

Die Verfahrensentwicklung, die Übertragung eines Laborverfahrens in einen größeren Maßstab (Scale-Up) sowie die kommerzielle Produktion von pharmazeutischen Wirkstoffen und deren Vorprodukten auf biotechnologischem und chemischem Weg gehöre zu den Tätigkeiten des Unternehmens.

Girindus biete als "One-Stop-Shop" Dienstleistungen für alle Phasen zwischen der Wirkstoffentdeckung und der Markteinführung von Pharmazeutika an. Die Gesellschaft profitiere von der zunehmenden Tendenz zum Outsourcing dieser Bereiche durch die etablierten Pharmaunternehmen und vor allem durch die wachsende Zahl der Biotechnologieunternehmen, die zumeist über keine Produktionskapazität und kein Produktions-Know-how verfügen.

Die steigende Anzahl neuer Wirkstoffe aus den F&E-Abteilungen der Pharma- & Biotechnologieunternehmen lasse ein hohes Wachstum des Marktes für die pharmazeutische Auftragsproduktion erwarten.

Als Anbieter von Dienstleistungen für die pharmazeutische Industrie partizipiere Girindus vom dynamischen Wachstum vor allem im Bereich der roten Biotechnologie, trage aber im Gegensatz zu seinen Kunden nicht das Risiko des Scheiterns eines Wirkstoffes während der Zulassung.


Girindus biete die Möglichkeit der kostengünstigen Verbindung chemischer und biotechnologischer Verfahrensschritte an einem Produktionsstandort. Die hohe Flexibilität in der Verfahrens- und Mengenvariation biete Wettbewerbsvorteile. Die Konkurrenten hätten oftmals nicht so variable Produktionsmöglichkeiten.

Durch umfangreiche Investitionen in den Ausbau der Technologiebasis und in das Human Capital plane Girindus die Marktstellung in den USA und Deutschland auszubauen. Erklärtes Ziel sei es, sich als ein führender Full-Service-Anbieter am Markt zu etablieren.

Girindus habe Anfang November überraschend die Ergebnisprognosen für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert. Es werde nun mit einem EBITDA von -5,7 Mio. Euro und nicht mehr mit -3,5 Millionen Euro kalkuliert. Das Betriebsergebnis solle sich nun auf -9 Mio. Euro belaufen, der Umsatz werde nach wie vor bei 20 Mio. Euro erwartet. Der erhöhte Fehlbetrag sei insbesondere auf außerordentliche, nicht wiederkehrende Aufwendungen unter anderem bei der Einführung neuer Verfahrenstechnologien, gestiegener Anlaufkosten für den US-Standort sowie auf einen Forderungsausfall zurückzuführen. Es seien strukturelle und organisatorische Maßnahmen eingeleitet worden, welche die Ergebnissituation im kommenden Geschäftsjahr verbessern sollen.

Das Betriebsergebnis für die Quartale eins bis drei belaufe sich auf -6,2 Mio. Euro, der Umsatz sei um 15% auf 14,5 Mio. Euro gestiegen. Der erhöhte Fehlbetrag werde insbesondere mit Aufwendungen für den US-Standort und der Einführung und Entwicklung neuer Produktionstechnologien am deutschen Standort begründet. Der Auftragsbestand belaufe sich auf 19,8 Mio. Euro. Die kurzfristig zur Verfügung stehenden Finanzmittel würden 24,8 Mio. Euro betragen. Das Researchteam werde seine Gewinnschätzung für die kommenden Jahre überarbeiten.

Das Unternehmen sei in einem interessanten Geschäftsfeld aktiv und befinde sich nach Meinung der Analysten mit der Fokussierung auf das API Geschäft auf dem richtigen strategischen Weg. Girindus werde vom Trend zum Outsourcing in der Biotech-Branche profitieren können. Mit der Revidierung der Planzahlen für das laufende Geschäftsjahr seien die Erwartungen enttäuscht worden. Es bleibe abzuwarten, wie sich die eingeleiteten strukturellen und organisatorischen Maßnahmen auswirken werden. Girindus habe mit einem Vertrauensverlust zu kämpfen, nachdem man bereits im Oktober 2000 die Prognosen habe revidieren müssen.

Aufgrund des Vertrauensverlustes erwartet das Researchteam der Stadtsparkasse Köln künftig nur eine marktkonforme Entwicklung. Um das Vertrauen der Investoren zurückzubekommen wird Girindus künftig die Erfüllung der eigenen Prognosen unter Beweis stellen müssen.




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